ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG

Energieeffizientes Bauen

 

 

PROFIL

ebm-papst ist weltweit führend in der Herstellung von Ventilatoren und Motoren. Seit Langem leisten wir Pionierarbeit bei der intelligenten Bewegung von Luft, von der Entwicklung hocheffizienter Antriebssysteme bis zu ressourcenschonender Materialauswahl u. a. mit Biowerkstoffen. Unsere Leitlinie „GreenTech“ fasst alle Umweltschutzaktivitäten zusammen mit dem Ziel, nachhaltige Produkte in ebenso energiesparenden Prozessen herzustellen.

GRÜNDUNG: 1963
BRANCHE: Luft- und Antriebstechnik
MITARBEITER: 12.500
ANSPRECHPARTNER:
Lisa Bahr
Umwelt & Energie - Betrieb/Instandhaltung/Bauwesen
+49 30 81402-2590
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Dieses Projekt zeigt, dass die Planung eines Gebäudes oder eines ganzen Standortes unter dem Gesichtspunkt Lebenszyklus-Kosten und Energieeffizienz viele Vorteile bringt.

Markus Mettler · Technischer Betriebsleiter und Umweltbeauftragter

AUSGANGSSITUATION

In unserer Ventilatorenfertigung in Hollenbach war mit einer Produktion von 900.000 Einheiten p. a. die Kapazitätsgrenze erreicht.
Mit einem Rückgang der Nachfrage war und ist nicht zu rechnen, aufgrund der neuen Ökodesign-Richtlinie ErP 2015 und des konstanten Kundenwunsches nach weniger Stromverbrauch.
Eine Verlagerung der Produktion kam für uns prinzipiell nicht infrage, somit war klar: Der erst 2007 erbaute Standort würde erweitert werden – mit doppelter Produktionsfläche und einem neuen, rund 36.000 m² großen Logistikbereich. Eine umfangreiche Investition als Signal für eine langfristige Standortsicherung.

ZIEL

Die Erweiterung sollte so konzipiert werden, dass im Kundentakt produziert und Fertigware statt auf Lager direkt auf Lkws verladen werden kann. Außerdem sollten die Baumaßnahmen gemäß unserer Greentech-Leitlinie energieeffizient und ressourcenschonend umgesetzt werden und den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen.

Die Herausforderung:

Der Bau von 2007 gliedert sich in fünf Gebäudeteile. Für die Erweiterung/Neubau sollten nicht nur die Gebäudehülle betrachtet, sondern auch die Nutzung einbezogen werden, um Abwärme und Energierückgewinnungspotenziale optimal zu nutzen.

 

Die große Aufgabe lag darin, diese Bereiche als einen Komplex zu betrachten, damit Flächenbedarf, Nutzungsgrad, Nutzungsverhalten und Anordnung zueinander berücksichtigt werden konnten: So mussten z. B. die unterschiedlichen Heiz- und Kühlbedarfe im Voraus möglichst genau ermittelt werden. Hinzu kam, dass die nächste Erdgasleitung rund 15 km entfernt war.

PROJEKT/MASSNAHME

Vorbereitungen:
Sehr umfassende dynamische Anlagen- und Gebäudesimulationen gekoppelt mit Berechnung der Betriebskosten, um möglichst alle Ziele und Anforderungen erfüllen zu können. U. a. wurden auch Überlegungen wie „Könnte die innere Last, die z. B. durch Beleuchtung, Rechner, Maschinen etc. anliegt, reduziert werden, um den Kühlbedarf zu mindern?“ integriert.

Umsetzung:

 

  • Erweiterung des Plus-Energie-Gebäudes von 2007 mit neuer Produktionshalle, neuem Logistikgebäude mit Hochregallager (H: 35 m, Umschlagkapazität: 200 Lkw-Ladungen/Tag)
  • Anschluss an das ca. 15 km entfernte Gasnetz
  • BHKW mit Absorptionskältemaschine
  • Energiezentrale mit Nahwärme- und Kältenetz, Wärmepumpen und Wärmerückgewinnung aus Kompressoren
  • Installation von 2 Photovoltaikanlagen (insgesamt 473 kWp)
  • konsequenter Einsatz von LED-Beleuchtung
  • energieeffiziente Lüftungsgeräte mit EC-Ventilatoren

Integriert gedacht. Geplant. Gebaut.

ERGEBNIS

  • Durch Abwärmenutzung können im Gebäudekomplex aus 2007 (13.500 m²) jährlich 15.500 kWh Strom und 747.600 kWh thermische Energie eingespart werden. Das entspricht einer Einsparung von 18 % bzw. 99 %.
    Was wiederum eine Energiekostensenkung von 87.300 Euro p. a. zur Folge hat.
  • Im Neubau werden allein durch die Installation der LED-Leuchten knapp 585.000 kWh im 2-Schicht-Betrieb und rund 877.000 kWh Strom im 3-Schicht-Betrieb eingespart.
  • Zusätzlich werden durch das Energiekonzept, das BHKW mit Absorptionskältemaschine und freie Kühlung 1.567 MWh/Jahr weniger verbraucht.

AUSBLICK

Unsere Erfahrung mit diesem Projekt zeigt:
Jedes heute lediglich rechtskonform zur EnEV geplante Gebäude wird schnell zur finanziellen Altlast für die Bauherren. Es empfiehlt sich, mehr als nur das Nötige zu tun, weiter zu denken und neue Wege auch jenseits von Normvorgaben zu gehen. Das betrifft nicht nur die Kosten, sondern auch den Klimaschutz und die Ressourcenschonung für zukünftige Generationen.

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